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„Ziemlich beste Fußball-Freunde“ – im November 2021

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Wenn Wolfgang Köstner vom Freitag, dem 24. September 2021, erzählt, dann leuchten seine Augen. Dabei war er an diesem Tag gar nicht die Hauptperson, sondern er hat einem anderen Menschen eine große Freude bereitet:
Harald Preller konnte an diesem Abend zum ersten Mal in seinem Leben live ein Fussballbundesligaspiel erleben: SpVgg Greuther Fürth war aufgestiegen und an diesem Freitag um 20.30 Uhr fand das Heimspiel gegen Bayern München, seinem Lieblingsverein, im Ronhof statt. Zu seinem 50. Geburtstag war über den Hospizverein Eckental dieser Besuch – trotz Corona-Maßnahmen – organisiert worden. Es gab gar keine Karten im freien Verkauf, aber mit Kontakten über den Hospizverein und dank eines Sponsors der SpVgg Fürth, wurde dieser Besuch ermöglicht. So konnte, mit den besten Wünschen der Schwestern und Pfleger von Martha Maria in Forth, das Unternehmen „Fußball live“ starten: Endlich konnte der Bayern-Fan seine Lieblingsfußballer, Neuer, Lewandowski, Müller & Co. live erleben.
Es war ein ganz aufregender Tag für Harald, den Wolfgang seit 2015 kennt, als die Begleitung begann. Harald mag eigentlich keine großen Menschenansammlungen, wenn es laut ist und unübersichtlich, dann fühlt er sich verängstigt und unsicher. Aber in Begleitung von Wolfgang, ließ er sich auf dieses Abenteuer ein. Er schaute und strahlte, fieberte mit und war einfach überwältigt … – und zu gleich ganz still.
Harald Preller, geboren im September 1971, wohnt seit ca. 2014 im Seniorenheim Martha Maria in Forth und hat eine berufsmäßige Betreuerin. 2014 erhielt er ein Herz transplantiert. Wolfgang Köstner begleitet ihn bei Klinikbesuchen und wenn Untersuchungen anstehen. Vor allem fahren sie gemeinsam einkaufen, denn das ist eine Leidenschaft von Harald. Saturn oder der Müller-Drogeriemarkt sind seine Lieblingsgeschäfte, weil er dort eine große Auswahl an CDs und DVDs vorfindet und er liebt es, Filme anzusehen und in fremde Abenteuer einzutauchen. Danach bekommt er sein bevorzugtes Mittagessen bei McDonald’s, einen Hamburger oder Cheesburger.
Mit seinen gerade mal 50 Jahren hat Harald erhebliche Schicksalsschläge verkraften müssen. Es ist faszinierend zu erleben, wie ein Mensch, dessen Leben voller Einschränkungen ist, mit solch einfachen Dingen und Ereignissen glücklich ist und wie er diese kleinen Ausbrüche aus dem Alltag genießt. Im Juli 2021 wird ihm auch noch ein Shunt gesetzt, da er in Zukunft an die Dialyse muss, weil seine Nierenwerte sich weiter verschlechtert haben. Außerdem kommt er nun auch auf die Warteliste für eine Nierentransplantation. Trotz all dieser eigenen leidvollen Erfahrungen, hat Harald Preller immer einen freundlichen Blick für andere, ist zugewandt und kümmert sich im Heim um jene, denen es noch schlechter geht; er hilft jedem, wenn er kann, und ist vom Wesen her ganz einfach freundlich.
Ich habe Harald Preller selbst noch nicht kennengelernt, freue mich aber sehr darauf. Denn er lebt, dass geteilte Freude doppelte Freude ist und dass man auch unter so schwierigen und einschränkenden Bedingungen das Beste daraus machen kann und hilfsbereit, freundlich und zugewandt bleiben kann und nicht in seinem Leid erstarrt, mit dem Schicksal hadert. Er ist bei den Menschen, mit denen er im Seniorenheim lebt, sehr beliebt und wird geschätzt.
Wolfgang Köstner hat selbst diese Begabung, auf andere zuzugehen und ist mit Leidenschaft seit vielen Jahren Hospizbegleiter. Ich lerne viel von ihm für meine eigene Tätigkeit als Hospizbegleiterin. Hier erlebe ich, wie eine besondere Freundschaft möglich ist zwischen Männern, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären, weil ihre Leben doch so unterschiedlich verlaufen sind.
So wird, was als ehrenamtliche Arbeit begann, zu einer Bereicherung für alle Beteiligten – ein Glücksfall! Wir hoffen alle, dass Harald Preller noch viele schöne Tage mit seinen Freunden erleben kann und dass wir noch oft die Gelegenheit haben, von ihm zu lernen, dass jeder Tag ein schöner Tag sein kann!

Von Ruth Neubauer-Petzold – weitere Informationen über Frau Prof. Dr. Neubauer-Petzold

von links: Harald Preller und Wolfgang Köstner

Tolle Stimmung im Stadion

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